Gebäudemodernisierungsgesetz
Aktueller Stand und Eckpunkte
- Es geht ausdrücklich nicht um einen Pflicht-Austausch funktionierender Heizungen.
- Ein konkreter Gesetzentwurf soll im Frühjahr erarbeitet werden, mit einem politisch genannten Zielkorridor Richtung 01.07.2026.
- Bis dahin gilt: Planen Sie so, dass Ihre Entscheidung auch ohne politische Überraschungen tragfähig bleibt.(Dazu kommen wir gleich.)
Wegfall der 65 % Regel: was das für Sie heißt
Was sich nach Eckpunkten voraussichtlich ändert
- Keine 65 Prozent Pflicht als pauschale Leitplanke beim Einbau neuer Heizungen.
- Gas und Öl bleiben grundsätzlich erlaubt, ohne dass funktionierende Anlagen vorzeitig ersetzt werden müssen.
- Der Fokus verschiebt sich in Richtung Eigenverantwortung und „Technologieoffenheit“.
Was sich nicht „wegdiskutieren“ lässt
Bio-Treppe und Grüngasquote: neue Pflichten für Gas und Öl (ab 2028/2029)
1) Bio-Treppe ab 01.01.2029 (für neue fossile Heizungen)
2) Grüngasquote ab 2028 (Pflicht für Lieferanten)
Einordnung: Warum das für Hausbesitzer ein Kostenrisiko sein kann
Wärmepumpe in Nordfriesland
Warum sie trotz Technologieoffenheit die sichere Wahl bleibt
1. Betriebskosten: CO2-Preis macht fossile Wärme planbar teurer
2. Förderung: Geld gibt es vor allem für „klimafreundlich“
3. Planbarkeit: Wärmepumpe minimiert politische „Nachsteuerungs“-Risiken
Kurzfazit für Nordfriesland
Förderung Wärmepumpe 2026
KfW 458, BEG und typische Stolperfallen
Damit Förderung nicht an Formulierungen und Fristen scheitert, zählen drei Punkte.
KfW 458: die wichtigsten Eckdaten
- Zuschuss bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.
- Die Förderung steht unter Haushaltsmittelvorbehalt, ein Rechtsanspruch besteht grundsätzlich nicht.
- Vor Antragstellung braucht es i. d. R. einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender/auflösender Bedingung.
- Zusätzlich gibt es den Ergänzungskredit 358/359 (nur in Kombination mit einer Zuschusszusage).
Förderantrag Wärmepumpe – diese Unterlagen sparen Ihnen Zeit
- Gebäudetyp und Nutzung (EFH/MFH, selbst genutzt/vermietet)
- Baujahr, grober Dämmstandard, Modernisierungen (Fenster, Dach, Kellerdecke)
- Heizsystem heute (Gas/Öl/Pellet, Alter, Verbrauch der letzten 2 Jahre)
- Heizflächen (Heizkörper, Fußbodenheizung, Vorlauftemperaturen)
- Aufstellort Außeneinheit (Abstände, Schall, Nachbarschaft)
- Elektro-Situation (Zählerschrank, Hausanschluss, Platz für Zusatzkomponenten)
Welche Heizung passt zu Ihrem Haus?
Entscheidungshilfe: (ohne Schönreden)
Hier ist eine pragmatische Matrix, wie wir sie im Gespräch mit Hausbesitzern nutzen:
Merksatz für die Langfrist Entscheidung:
Wenn es in 10 Jahren noch eine robuste Entscheidung sein soll, ist Wärmepumpe plus Systemoptimierung in sehr vielen Fällen die stabilste Lösung. Hybrid kann als Brücke funktionieren, Fossil ist meist die riskanteste Wette.
FAQ zum Gebäudemodernisierungsgesetz und Heizungstausch in Nordfriesland
Stand 26.02.2026: Es gibt veröffentlichte Eckpunkte, ein finaler Gesetzestext ist angekündigt und soll im Laufe des Frühjahrs konkretisiert werden.
Nein. Auch in der aktuellen Diskussion ist ausdrücklich keine Pflicht erkennbar, funktionierende Heizungen vorzeitig zu ersetzen.
Nach den Eckpunkten sollen Gas und Öl grundsätzlich möglich bleiben. Gleichzeitig kommen mit Bio-Treppe und Grüngasquote neue Pflichten und Kostenrisiken ins Spiel.
Neue fossile Heizungen sollen ab 01.01.2029 mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe nutzen können, mit weiteren Stufen bis 2040.
Eine Verpflichtung für Lieferanten ab 2028, einen wachsenden Anteil „grüner“ Gase bereitzustellen bzw. zu bilanzieren.
Die KfW führt die Heizungsförderung (Zuschuss 458) mit zentralen Eckpunkten wie „bis zu 70 Prozent Zuschuss“ weiter und weist zugleich auf Haushaltsmittelvorbehalt hin.
Nicht das Gerät ist das Problem, sondern eine fehlende Gesamtbetrachtung: Heizflächen, Hydraulik, Vorlauftemperatur, Regelung. Wenn das sauber geplant ist, funktioniert Wärmepumpe auch im Bestand oft sehr gut.
Nicht raten, Daten sammeln. Gebäude, Verbrauch, Heizflächen, Aufstellort – und dann eine Entscheidungsvorlage erstellen lassen. Genau damit vermeiden Sie teure Umwege.
Schlussfolgerung: Klarheit statt Bauchgefühl
- Was ist langfristig bezahlbar?
- Was ist förderfähig und planbar?
- Was ist technisch sauber lösbar in meinem Haus?
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